Hugos Angel-Magazin Fit für die Prüfung

Fit für die Prüfung · ab 9 Jahren

So ist ein Fisch gebaut

Hecht Hugo Von Hecht Hugo 7 Minuten Lesezeit

Sieben Flossen, ein Deckel zum Atmen und ein Sinn, den du gar nicht hast. Ein Fisch ist ziemlich schlau gebaut. Wer angeln will, sollte das wissen. In der Fischerprüfung wird genau danach gefragt. Hugo zeigt dir alles an einem Rotauge.

Alle Grafiken und Fischabbildungen in diesem Beitrag sind KI-generiert.

Moin, Hugo hier! Heute wird es ein bisschen wie in der Schule. Aber keine Sorge, nur ein bisschen. Irgendwann willst du vielleicht deinen eigenen Fischereischein machen. Dafür gibt es eine Prüfung. Und da fragen sie dich, wie ein Fisch gebaut ist. Wenn du diesen Beitrag gelesen hast, weißt du das schon.

Ein Rotauge von der Seite
KI-generiert

Als Modell habe ich mir das Rotauge ausgesucht. Es hat alles dran, was ein Fisch braucht und alles sitzt an der üblichen Stelle. Ich hätte mich auch selbst nehmen können. Aber bei mir sitzt die Rückenflosse ganz weit hinten. Das verwirrt nur.

Die sieben Flossen

Zähl mal mit. Auf dem Rücken sitzt die Rückenflosse. Hinten ist die Schwanzflosse. Unten am Bauch, kurz vor dem Schwanz, sitzt die Afterflosse. Das sind drei. Von denen gibt es jede nur einmal.

Dazu kommen vier Flossen, die immer zu zweit auftreten. Zwei Brustflossen gleich hinter dem Kopf. Und zwei Bauchflossen weiter hinten am Bauch. Links eine, rechts eine. So wie deine Arme und Beine.

Infografik: Ein Rotauge mit beschrifteten Körperteilen: Rückenflosse, Schwanzflosse, Afterflosse, Bauchflossen, Brustflossen, Kiemendeckel, Seitenlinie und Maul.
Das Rotauge als Modell. Von der Seite siehst du von jedem Paar nur eine Flosse. (KI-generierte Grafik)

Für die Prüfung. Flossen, die es zweimal gibt, heißen paarige Flossen. Das sind die Brustflossen und die Bauchflossen. Rückenflosse, Afterflosse und Schwanzflosse gibt es nur einmal. Sie heißen unpaarige Flossen.

Jede Flosse hat einen Job

Die Schwanzflosse ist der Motor. Sie schlägt hin und her und schiebt den Fisch nach vorn.

Rückenflosse und Afterflosse halten ihn gerade. Ohne sie würde er auf die Seite kippen. Bei einem Segelboot macht das der Kiel.

Mit den Brustflossen und Bauchflossen lenkt und bremst er. Er kann damit sogar auf der Stelle stehen. Das mache ich oft stundenlang, wenn ich im Schilf auf Beute warte.

Infografik: Die Schwanzflosse ist der Motor, Rücken- und Afterflosse sind der Kiel, Brust- und Bauchflossen sind das Lenkrad.
Motor, Kiel und Lenkrad. Ein Fisch ist fast wie ein kleines Boot. (KI-generierte Grafik)

Die kleine Extra-Flosse

Manche Fische haben noch eine achte Flosse. Sie ist winzig, weich und sitzt zwischen Rückenflosse und Schwanz. Sie heißt Fettflosse. In den anderen Flossen stecken dünne Stäbchen, die Flossenstrahlen. Die Fettflosse hat keine.

Forellen, Lachse, Saiblinge und Äschen haben eine Fettflosse. Meine Freundin Frieda Forella natürlich auch. Siehst du also einen Fisch mit Fettflosse, ist er wahrscheinlich mit Frieda verwandt. Ganz sicher ist das aber nicht. Auch der Zwergwels hat eine.

Infografik: Eine Bachforelle. Zwischen Rückenflosse und Schwanz ist die kleine Fettflosse markiert. Forelle, Lachs, Saibling und Äsche haben eine.
Klein, aber wichtig zum Erkennen: die Fettflosse der Bachforelle. (KI-generierte Grafik)

Das Maul verrät, wo er frisst

Schau einem Fisch aufs Maul. Dann weißt du, wo er sein Futter sucht.

  • Oberständig: Das Maul zeigt nach oben. Dieser Fisch frisst von der Oberfläche. So wie die Rotfeder.
  • Endständig: Das Maul sitzt genau vorn. Dieser Fisch frisst im freien Wasser. So wie der Döbel.
  • Unterständig: Das Maul zeigt nach unten. Dieser Fisch sucht sein Futter am Grund. So wie die Barbe.
Infografik: Die Rotfeder hat ein oberständiges Maul und frisst von der Oberfläche. Der Döbel hat ein endständiges Maul. Die Barbe hat ein unterständiges Maul und frisst am Grund.
Oben, Mitte, unten. Das Maul passt immer zum Lieblingsplatz. (KI-generierte Grafik)

Angler nutzen das. Wer eine Barbe fangen will, legt den Köder auf den Grund. Wer eine Rotfeder fangen will, lässt ihn oben treiben.

Atmen unter Wasser

Du hast eine Lunge. Ich habe Kiemen. Sie sitzen gut versteckt unter dem Kiemendeckel, gleich hinter dem Kopf.

So funktioniert es: Der Fisch macht das Maul auf und Wasser strömt hinein. Dann fließt es an den Kiemen vorbei und hinter dem Kiemendeckel wieder hinaus. Im Wasser ist Sauerstoff gelöst. Den holen die Kiemen heraus und geben ihn ans Blut weiter.

Infografik: Wasser strömt durch das Maul hinein und hinter dem Kiemendeckel wieder hinaus. Die roten Kiemen holen den Sauerstoff aus dem Wasser.
Wasser rein, Wasser raus. Der Sauerstoff bleibt in den Kiemen hängen. (KI-generierte Grafik)

Kiemen sind rot, weil so viel Blut hindurchfließt. Und sie sind sehr empfindlich. Deshalb fasst du einem Fisch nie in die Kiemen.

Fühlen aus der Ferne

Jetzt kommt mein Lieblingsteil. Siehst du die feine Linie an der Seite vom Rotauge? Sie läuft vom Kiemendeckel bis zum Schwanz. Das ist die Seitenlinie. Sie besteht aus vielen winzigen Löchern in den Schuppen.

Mit der Seitenlinie fühlt ein Fisch, was sich im Wasser bewegt. Jede Bewegung macht kleine Wellen. Die Seitenlinie spürt sie. So merke ich im trüben Wasser, wo ein Rotauge schwimmt. Und das Rotauge merkt, dass ich komme. Leider.

Infografik: Ein kleiner Fisch bewegt sich und macht Wellen im Wasser. Ein Rotauge spürt die Wellen mit seiner Seitenlinie.
Die Seitenlinie ist ein Sinn, den Menschen nicht haben. Fachleute sagen Ferntastsinn dazu. (KI-generierte Grafik)

Das ist auch der Grund, warum du am Ufer nicht trampeln sollst. Deine Schritte wandern durch den Boden ins Wasser. Die Fische fühlen dich, lange bevor sie dich sehen.

Vier Körper, vier Tricks

Nicht jeder Fisch sieht aus wie ein Rotauge. Die Form verrät dir, wie ein Fisch lebt.

Infografik mit vier Körperformen: Hecht wie ein Pfeil, Forelle wie ein Torpedo, Blei hochrückig, Aal wie eine Schlange.
Pfeil, Torpedo, hoher Rücken und Schlange. Jede Form passt zu einem Leben. (KI-generierte Grafik)

Ich bin lang und schmal wie ein Pfeil. Damit schieße ich aus dem Stand los. Die Forelle ist ein Torpedo und hält es lange in der Strömung aus. Der Blei ist hoch und schmal. Er kurvt wendig zwischen den Pflanzen herum. Und der Aal? Der passt als Schlange durch jede Lücke.

Glitschig mit Absicht

Ein Fisch ist glitschig. Das ist kein Dreck, das ist Schutz. Über den Schuppen liegt eine dünne Schleimhaut. Sie hält Krankheiten ab und lässt den Fisch leichter durchs Wasser gleiten.

Hugos Bitte

Fass einen Fisch immer nur mit nassen Händen an. Trockene Hände reiben die Schleimhaut ab. Dann kann der Fisch krank werden, auch wenn du ihn gleich wieder schwimmen lässt.

Jetzt du: Hugos Flossen-Finder

Zeit für eine kleine Prüfung. Ich nenne dir ein Körperteil und du tippst auf die richtige Stelle. Sieben Fragen. Schaffst du alle beim ersten Versuch?

Mitmachen

Hugos Flossen-Finder: Sieben Stellen am Fisch sind markiert. Findest du jedes Mal die richtige?

Tippe auf die Rückenflosse!

Ein Rotauge von der Seite

Frage 1 von 7

Fischbild: KI-generiert.

Zum Ausdrucken: Beschrifte den Fisch

Lieber mit Stift und Papier? Dann druck dir mein Arbeitsblatt aus. Acht Zahlen, acht Körperteile. Die Lösung steht ganz unten auf dem Kopf.

Arbeitsblatt: Ein Rotauge mit acht nummerierten Körperteilen und leeren Zeilen zum Beschriften.
Das Arbeitsblatt. Mit dem Knopf darunter bekommst du es als PDF zum Ausdrucken. (KI-generierte Grafik)

So fragt die Prüfung

In der Fischerprüfung gibt es zu jeder Frage drei Antworten. Nur eine stimmt. Probier es aus. Tippe auf „Lösung zeigen“, wenn du dich entschieden hast.

Frage 1: Welche Flossen hat ein Fisch zweimal?
A) Rückenflosse und Afterflosse
B) Brustflossen und Bauchflossen
C) Schwanzflosse und Fettflosse

Lösung zeigen

Richtig ist B. Brustflossen und Bauchflossen sind die paarigen Flossen.

Frage 2: Wozu hat der Fisch die Seitenlinie?
A) Zum Atmen
B) Zum Lenken
C) Zum Fühlen von Bewegungen im Wasser

Lösung zeigen

Richtig ist C. Die Seitenlinie ist der Ferntastsinn.

Frage 3: Ein Fisch hat ein unterständiges Maul. Wo sucht er sein Futter?
A) An der Oberfläche
B) Am Grund
C) Im freien Wasser

Lösung zeigen

Richtig ist B. Ein Maul, das nach unten zeigt, passt zum Fressen am Grund.

Die drei Fragen habe ich mir für dich ausgedacht. In der echten Prüfung klingen sie ein bisschen anders. Es geht aber um dasselbe.

Wenn du das alles weißt, hast du ein gutes Stück Fischkunde schon im Kopf. Und am Wasser erkennst du Fische bald auf den ersten Blick.

Petri Heil, dein Hugo.