Vereinsleben

Waldheim 2026

5 Min. Lesezeit Kevin Behrendt

Ein ganzes Wochenende Waldheim, Zelte rund um einen kleinen Teich, die Zschopau vor der Nase und eine Truppe aus Anglern, Familienmitgliedern und Kindern. Wir hatten Fänge, wir hatten Essen, wir hatten Lehrstunden für den Nachwuchs. Und wir hatten sehr, sehr wenig Schlaf. Aber der Reihe nach.

Karpfen, Aal, Hecht und ein Biber, der nicht mal gefragt hat

Gefangen wurde ordentlich. Karpfen, Barsch, Döbel, Ukelei und Hecht kamen ans Ufer und auch ein Aal hat sich blicken lassen. Für alle, die noch nie einen Aal vom Haken gelöst haben, es ist genau so, wie alle sagen. Man hat am Ende mehr Aal an den Händen als in der Hand.

„Armin“ unser selbsternannter Angelgott
1. Vorsitzender Axel mit einem schönen Aal

Und dann war da noch der Biber. Der ist einfach seine Runde geschwommen, als würde ihm das Gewässer gehören. Was streng genommen ja auch stimmt. Solche Momente bekommt man beim heimischen Ansitzangeln und dafür fährt man ja in die Natur.

Kiloweise Signalkrebse

Das eigentliche Highlight kam aber mit Scheren. Die Signalkrebse haben sich nicht lange bitten lassen, die Kisten wurden voll und voller. Wer sie noch nie in der Menge gesehen hat, unterschätzt, wie viele da unterwegs sind.

Wichtig dabei, dass haben wir den Kindern auch gleich erklärt: Signalkrebse (lat. Pacifastacus leniusculus) gehören nicht hierher. Sie stehen auf der Unionsliste der invasiven Arten und schleppen die Krebspest ein, an der unsere heimischen Edelkrebse zugrunde gehen. Zurücksetzen ist also nicht, lebend mitnehmen erst recht nicht. Was rauskommt, wird vor Ort verarbeitet. Genau das haben wir gemacht.

Also Topf auf den Gas-Kocher, Wasser heiß und aus grau-braun wurde knallrot. Danach hieß es pulen bis die Finger schmerzen. Wer schon mal ein Kilo Krebse für eine kleine Schüssel Fleisch zerlegt hat, weiß, warum das früher als Arme-Leute-Essen galt und heute im Restaurant so teuer ist. Geschmeckt hat es trotzdem großartig und die Diskussion, wer am schnellsten pult, läuft vermutlich immer noch.

Der Nachwuchs war mit dabei

Besonders gefreut hat uns, dass auch ein Sportsfreund aus unserer Jugendgruppe mitgefahren ist. Für die Kids gab es gleich ein volles Programm. Wie fasst man einen Krebs an, ohne dass er einen zuerst anfasst. Wie angelt man im Fluss, wo die Strömung alles anders macht als am Silbersee. Knotenkunde gab es auch, denn ohne vernünftigen Knoten ist der schönste Drill nur eine kurze Geschichte mit traurigem Ende.

Genau dafür machen wir sowas. Nichts davon lernt man aus einem Buch so gut wie an einem Wochenende am Wasser, mit Leuten, die es selbst hundertmal gemacht haben.

Udo hat uns durchgefüttert

Ein Camp steht und fällt mit der Verpflegung! Da war Udo wieder in Höchstform. Es gab Gulasch, es wurde gegrillt und morgens standen frische Brötchen und Eier auf dem Tisch. Frische Brötchen. Im Camp. Wir wissen nicht, wie er das macht und wir fragen auch nicht nach, solange es weiter passiert.

Gefeiert wurde auch. Michael Kramer hatte Geburtstag und musste ihn nicht am Küchentisch verbringen, sondern durfte ihn mit Krone auf dem Kopf, Kuchen auf dem Tisch und der ganzen Truppe drumherum begehen. Alles Gute nachträglich, Michael.

Nachtruhe? Reden wir nicht drüber

Und dann kam die Nacht. Unsere Zelte standen rund um einen kleinen Teich. Idyllisch, ruhig, malerisch. Bis zu dem Moment, in dem ein Frosch beschlossen hat, dass dieser Teich seine Bühne ist und wir sein Publikum.

Wir reden hier nicht von gemütlichem Quaken. Wir reden von einem Tier, das offenbar über eine eigene Beschallungsanlage verfügt und die ganze Nacht durchgezogen hat, ohne Pause, ohne Rücksicht, ohne erkennbares Konzept. Irgendwann liegt man um drei Uhr wach im Schlafsack, lauscht diesem Vieh und stellt sich ernsthaft die Frage, ob man dafür wirklich extra hergefahren ist. Und ganz nebenbei, ein Frosch, der so laut ist, macht sich eigentlich zum Hechtköder eine erstklassige Figur. Nur ein Gedanke.

Damit es nicht zu langweilig wird, war in Waldheim am selben Wochenende auch noch Stadtfest. Also lief nebenher die volle Beschallung. Wir haben das Programm beim Angeln komplett mitbekommen, ob wir wollten oder nicht. Bass von der einen Seite, Frosch von der anderen und wir dazwischen. Da hat sich am Ende auch keiner mehr über die Ohrstöpsel lustig gemacht.

Und trotzdem, wir fahren wieder

Unterm Strich war es genau das, was so ein Wochenende sein soll. Gute Fänge, gutes Essen, Kinder, die etwas gelernt haben und Geschichten, die wir uns in fünf Jahren noch erzählen. Der Frosch gehört ab jetzt dazu. Danke an alle, die mit dabei waren, an Udo für die Küche und an den Ortsanglerverein Waldheim e. V. für ein Wochenende, dass man so schnell nicht vergisst.

Alle kommenden Ausflüge, Gemeinschaftsangeln und Arbeitseinsätze findet ihr wie immer unter Termine.